Ursache für Thoraxschmerz schon bei geringer Belastung?

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von Rainer am 14.02.2011 um 13:33 Uhr an: Prof. Dr. Haverkamp und Team

Sehr geehrter Herr Professor,
ich wende mich an Sie mit meinem Problem, weil mein behandelnder Hausarzt keine weitere Ursachenuntersuchungen veranlasst.
Ich bin 68 Jahre alt und ein durchaus sporticher Typ, Nichtraucher und geniese Alkohol nur in entspannter Gesellschaft. Ich habe kein Übergewicht. Ich bin Diabetiker Typ II mit erhöhten Werten (im Durchschnitt 6,5) über viele Jahre und nehme dazu bislang noch keine Medikamente. Ich besitze ein angeborenes WPW und bin damit seit 1994 unter laufender Kontrolle. Folgende Medikament wurden mir verschrieben, die ich auch konsequent einnehme: Simfastatin AL 20mg morgens 1/2, Meto-Hennig 50mg morgens 1/2, Benalapril 5mg morgens und abends 1/2 sowie vom Urologen verordnet Alfuzosin Winthrop uno 10mg 1 abends.
Seit etwa 4 Jahren bekomme ich bei Belastung sehr schnell ansteigend und mit Ruhe langsam abklingende starke Brustschmerzen, die sich wie starker Druck, Beklemmung und einem Engegefühl (aber keine direkte Atemnot) zeigen. Diese Beschwerden haben sich in dieser Zeit langsam zunehmend verstärkt. In meiner bisherigen sportlichen Tätigkeit bin ich zunehmend eingeschränkt. Letztlich war es im Januar bei einem Versuch Langlauf zu betreiben schon extrem. Ich mußte mehrfach schon nach ca. 500m auf Grund der Beschwerden 5 bis 10 min. pausieren. Nach 5 -8 Schaufeln Schnee das Gleiche. 25 bis 50 Meter Brustschwimmen gleiches Ergebnis. Eine Versuch mit laufender sportlichen Tätigkeit eine Besserung zu bekommen, Fehlanzeige.
Ein EKG in Ruhe zeigt keine Auffälligkeiten, die Lungenfunktion ist sehr gut, ein Belastungs-EKG zeigte ebenfalls keine (bis auf die auftretenden Brustschmerzen) Besonderheiten, Lungeröntgen und Darmspiegelung ohne Befund, eine Untersuchung beim Kardiologen (EKG und Echountersuchung) keine Auffälligkeiten.
Von meinem Hausarzt wurde nun dies alles mit der Erklärung abgetan, 60 - 70% der Menschen meines Alters müßten und würden mit Schmerzen leben.
Ich kann mich damit nicht abfinden, und wende mich somit an Sie. Mir geht es nicht um eine Diskriminierung meines Hausaztes sondern ich suche nach Möglichkeiten einer Diaknostig bzw. einer Terapie meines Problems, weil ich mich mit der bestehenden Situation für den Rest meines Lebens nicht abfinden kann.
Anmerken möchte ich noch, daß ich für Herz- und Kreislauferkrankungen familiär vorbelastet bin, meine Mutter starb nach einem Herzinfarkt 1985, meine Schwester hatte bereits einen Infarkt und besitzt eine künstliche Herzklappe und einige Beipässe, ebenfalls Diabetikerin mit tägl. Insulinspritzung.
Sehr geehrter Herr Professor, ich würde mich sehr freuen von Ihnen Hinweise bzw. eine Meinung zu meinem Problem zu erhalten. Mir ist auch klar, daß Sie keine Ferndiaknose stellen können, aber Sie können evtl. mit Ihren Hinweisen mir und meinem Hausazt weiterhelfen.
Vielen Dank für Ihre Bemühungen und
mit freundlichen Grüßen
Rainer Schulze

Antworten

Thoraxschmerzen

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Sehr geehrter Herr Professor und Team,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Die von Ihnen aufgeworfenen Fragen zu meinen vorhandenen Befunden kann ich heute beantworten.
1. Echokardiographie:
Pulmonalklappe, Aortenklappe und Mitralklappe: unauffällig,
Trikuspidalklappe: klappennahe Regurgitation
Beurteilung:
normale Größe aller Herzhöhlen, normale Pumpfunktion, keine relevante Kinetikstörung, keine Myokardhypertrophie, Klappen wie oben beschrieben, Perikard unauffällig.
M-Mode-Bericht: IVSd=1.05cm; LVIDd=4.36cm; LVPWd=1.34cm; IVSs=1.54cm; LVIDs=2.95cm; LVPWs=1.81cm; Ao-Wurzel D=3.69cm; LA=2.54cm; FS=32.3%; EF(Teich)=.608; Doppler-Bericht: RAP=5.00mmHG; Vmax(TR)=250.*cm/s; RVPs(TR)=30.1*mmHG.
Ruhe-EKG: GD:SEMA200.EKG01 04.03.2009; Größe 174cm, 71kg,
Sinusrhytmus, HF(/min.): 79,PQ-Zeit(ms):174,QRS(ms): 108, QT-Zeit(ms): 370, Indifferenztyp, normale Erregungsrückbildung, pathalogisches Q in aVL.
Belastungs-EKG: Die Fahrradergometrische Belastung erfolgte stufenweise bis einschließlich 2 Min. 125 Watt. Herzfrequenzanstieg von 112/min auf 154/min, Blutdruckanstieg von 134/70 mm Hg auf 238/79 mmHG. 3 Min. nach Belastungsende Herzfrequenz 126/min, Blutdruck 145/70 mmHg. Im EKG zeigt sich ein Sinusrhythmus, Sinustachycardie. Unter Belastung rascher Frequenzanstieg, im EKG keine relevante Dynamik, keine Rhythmusstörungen nachweisbar, diskrete Deltewelle bei WPW. Der Abbruch erfolgte wegen körpericher Erschöpfung. Die Sollbelastung von 135Watt wurde nicht ganz erreicht. In der Nachbelastungsphase persistierende Sinustachycardie mit mäßiger Frequenznormalisierung.In der Maximalbelastungsphase retrosternaler Druck.
Langzeit-EKG: über 23 Stunden, mittlere Frequenz 65/min ( 41 - 105).Geamt QRS- Komplexe 88518, 3 isolierte VES, 19 isolierte SVES, keine Couplet,Salvenereignisse, keine fixen Kupplungen. Im EKG ein Sinusrhythmus, im Tagesmittel normofrequent. In der Nacht leichte Bradycardietendenz auf Grund der Betablockertherapie, wenige VES und SVES. Insgesamt keine Pausen oder höhergradige Blockierungen, keine Asystolien.
Langzeit-Blutdruck: 62 akzeptierte Messungen. Blutdruck max. 173/95mmHG, min.96/47 mmHg, mittlerer Druck 124/70 mmHg. In der Wachphase lagen 17% der systolischen und 2% der diastolischen, in der Nachtphase 11% der systolischen und 0% der diastolischen Werte über der Norm. Eine Belastungsblutdruckspitze, sonst normotoner Tages- und Nachtverlauf.
Meine Cholesterinwerte liegen bei HDL 1,1 bis 1,3 und bei LDL 2,7 bis 3,4. Meine Schwester erlitt einen Herzinfarkt mit 65 Jahren.
Ich hoffe alle offenen Fragen beantwortet zu haben.
Die vorliegenden Befunde kann ich Ihnen gern vollständig zukommen lassen, wnn Sie mir eine direkte E-Mail-Adresse mitteilen.
Für Ihr Interesse und Ihre Bemühungen darf ich mich herzlichst bedanken.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer Schulze

Thoraxschmerzen

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Vielen Dank für Ihre Angaben. Wir haben Ihre Angaben sorgfältig studiert und machen uns Gedanken über die Ursachen Ihrer Beschwerden.
Aus den uns vorliegenden Untersuchungsbefunden, sehen wir Ihre Beschwerden nicht im Rahmen Ihres Lebensalters und empfehlen die Abklärung Ihrer Beschwerden.
Wir würden daher gerne auf Ihr Angebot zurückgreifen und Sie bitten Ihre Befunde an folgende email Adresse zu schicken: Herz-info@charite.de
In Erwartung Ihrer Antwort, verbleiben wir mit freundlichen Grüssen
Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team
Charité- Universitätsklinikum Berlin

Ursachen für Thoraxschmerzen

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Vielen Dank für ihre Frage. Um ihnen zu helfen und auf ihre Frage richtig eingehen zu können, müssten sie uns bitte noch weitere Informationen mitteilen.
Könnten Sie uns bitte die Untersuchungsergebnisse der Echokardiographie (Systolische Pumpfunktion (EF), Hinweise auf Wandbewegungsstörungen oder diastolische Dysfunktion) und des Belastungs-EKG (insbesondere ob Herzrhythmusstörungen und Blutdruckdysregulationen mit Beginn der Beschwerden auftraten) mitteilen. Könnten Sie uns auch bitte ihren Cholesterinwert, den LDL und den HDL Wert mitteilen. Könnten Sie uns auch mitteilen in welchem Alter ihre Schwester einen Herzinfarkt erlitt. Könnten Sie uns auch abschließend mitteilen, ob bei Ihnen bereits ein 24-Stunden EKG und Blutdruckmessung durchgeführt wurde und falls dies bereits erfolgt ist, könnten Sie uns auch diese Ergebnisse bitte mitteilen.

Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team
Charité- Universitätsklinikum Berlin

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