Herzrythmusstörungen wirklich unbedenklich?

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von fr am 15.08.2011 um 21:21 Uhr an: Prof. Dr. Haverkamp und Team

Liebes Ärzteteam,

ich bin mitte 20 und habe schon seit ca. 7 Jahren diese Rythmusstörungen. Sie wurden bisher ungefähr 3 Mal kontrolliert (von verschiedenen Ärzten), das letzte Mal liegt nur ein paar Tage zurück. Die Diagnose war immer wieder "Extrasystolen" und "man kann nichts tun, man muss auch nichts tun".
Allerdings sind die Beschwerden bis vor Kurzem nur sporadisch aufgetereten, manchmal wochen- und monatelang garnicht. Seit ca. 5 Wochen quälen mich die Rythmusstörungen jeden Tag und das nimmt mich sehr mit. Meine Blutwerte sind durchweg gut, ich bin weder übergewichtig noch ernähre ich mich ungesund. Die Rythmusstörungen treten eher in Phasen auf in denen ich mich nicht bewege und rauben mir in so mancher Nacht den Schlaf. Ich fühle das Stolpern sehr stark und es kommt eine Unruhe in mir auf, das Atmen ist ein wenig erschwert und mir wird schwindelig. Ich fühle mich dann schrecklich, manchmal kommt auch noch ein Ziehen in der Herzgegend dazu und ich könnte die ganze Zeit heulen. Von Medikamenten wurde mir abgeraten aber ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, jeden Tag damit leben zu müssen. Gibt es irgendeine Ursache, einen Auslöser...einfach irgendwas das der Arzt übersehen hätte können? Ich kann einfach nicht glauben, dass es "normal" ist. Es muss doch eine Erklärung geben, etwas das nicht in Ordnung ist. Ich habe große Angst dass etwas Schlimmes passiert.

Antworten

Extrasystolen

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Zusätzliche Herzschläge aus der Herzkammer oder dem Herzvorhof, Extrasystolen genannt, können viele unterschiedliche Ursachen haben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass diese bei jungen und sonst herzgesunden Menschen auftreten. Häufig sind diese Extrasystolen ungefährlich und es ist keine weitere Behandlung nötig.
Allerdings sollten einige Fragen geklärt werden: 1. ist der Urspung in der Herzkammer oder im Herzvorhof? 2. Wie oft treten die Extrasystolen auf. Die Fragen 1. und 2. lassen sich mit Hilfe eines Langzeit-EKGs beantworten. Abhängig vom Langzeit-EKG-Befund können dann weitere Unetrsuchungen nötig sein. Es kannn aber auch sein, dass aufgrund des Ursprungsortes und der Anzahl keine weitere Diagnotsik oder Behandlung nötig ist.

Da sie allerdings Beschwerden haben und die Extrasystolen unangenehm sind, sollte ein Behandlungsversuch erwogen werden. Medikamente können erfolgreich sein, allerdings sind einige mit unangenehmen Nebenwirkungen behaftet, was gerade bei jungen Patienten problematisch sein kann. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Katheterablation, welche alledruings ebenfalls nicht für alle patienten geeignet ist. Wir empfehlen bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten die Vorstellung bei einem Spezialisten.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team
Charité- Universitätsklinikum Berlin

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