Ich habe eine Vorhofseptumaneurysma. Mir wurde die dauerhafte Einnahme von Aspirin protect 100 mg empfohlen. Ist das unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen des Medikamentes erforderlich?

0
von pasadena am 02.02.2011 um 9:17 Uhr an: Prof. Dr. Haverkamp und Team

Hier die angeforderten Zussatzinformationen:Bei mir wurde vor 30 Jahren mit EPU das WPW/LGL Syndrom diagnostiziert, wurde medikamentös behandelt, in den letzten Jahren mit Propafenon 2 x 1 150 mg. Tachycardien ca. alle 2 Jahre,dann sehr hohe Pulsfrequenz, dann wird Ajmalin gespritzt,Ablation wollte ich nicht. Ich bin 63 Jahre alt, 59 kg bei 1,65 m, Blutdruck normal, Cholsterin normal, kein Schlaganfall, kein Infarkt. Mein neuer Kardiologe meint, ich hätte zwar Vorhoftachycardien, aber kein WPW Syndrom, hat vor 1 Jahr Propafenon wegen der Nebenwirkungen abgesetzt, wahrscheinlich jahrelang umsonst genommen. Pulsfrequenz trotz Sport meist realtiv hoch 80-90/Min. wegen der hohen Pulsfrequenz und ggf. Rhythmusstörungen nehme ich zur Zeit Bisoprolol 5mg 1/2 Tabl täglich

Antworten

Vorhofseptumaneurysma und Acetylsalicylsäure

0

Vielen Dank für die Mitteilung der zusätzlichen Informationen.

Aufgrund ihres isolierten Vorhofseptumaneurysmas würden wir Ihnen ebenfalls eine Therapie mit Acetylsalicylsäure empfehlen.

Das absolute Risiko für einen Schlaganfall bei isoliertem Vorhofseptumaneurysma ist nicht bekannt. In publizierten Studien, bei sehr kleinen Patientenzahlen, scheint das Risiko niedrig genug zu sein, so dass man auf eine orale Antikoagulation mit einem Cumarinderivat verzichten würde, eine Therapie mit Acetylsalicylsäure wird aber dennoch empfohlen.

Wie Sie berichteten leiden Sie aber zusätzlich an Herzrhythmusstörungen. Wir würden Ihnen daher empfehlen diese Herzrhythmusstörungen zum Beispiel mittels eines Langzeit-EKG weiter abklären zu lassen. Sollte sich ein Vorhofflimmern hinter den Herzrhythmusstörungen verbergen, hätten Sie ein zusätzlichen Risikofaktor für das Auftreten eines Schlaganfalls und man müssten über eine orale Antikoagulation mit einem Cumarinderivat nachdenken.

Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team
Charité- Universitätsklinikum Berlin

Verwandte Fragen

Stellen Sie hier Ihre individuelle Gesundheitsfrage