Rezidivierendes Vorhofflimmern,Propafenon oder "Schirmchen"?

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von Friedebert Stehle am 18.05.2011 um 17:31 Uhr an: Prof. Dr. Haverkamp und Team

Sehr geehrter Herr Professor Dr.Haverkamp,
ich bín männlich, 67 Jahre alt, sportlich, 70 kg. 173 cm,
wegen gelegentlich hohem Blutdruck mit Vorhofflimmern werde ich seit ca. 4 Jahren behandelt. Wegen asthmatischen Beschwerden (Alvesco160 und Formotop12) wurden vor etwas mehr wie einem Jahr der Betablocker abgesetzt, ich habe nur noch Propafenon150 1-0-1 genommen.
Vom 2.auf den 3.April hatte ich morgens 5.oo Uhr 205-150-120 mit Vorhofflimmern. Meine Frau fuhr mich in die Klinik.Dort wurde ich umgestellt auf Multac400 1-0-1 und Ramipril2,5 0-0-1 und ASS. Auf das Ass habe ich nach meiner Entlassung am 5.4. verzichtet.
Es hat ganz gut funktioniert bis zum
21.4. ich hatte nachts 2.45 Uhr 166-121-53 mit Vorhofflimmern.
Mein ambulant behandelnder Arzt empfahl mir darauf, nach 2 Tagen Abstinenz, wieder auf Propafeneon 1-0-1 zurückzugehen. Am
25.4. hatte ich morgens 5.18 Uhr 166-12-53 m.Vorhhf. Ich habe dann
Ramipril2,5 mit 0-0-1 aber zur Hälfte durchgebrochen dazu genommen. Die Werte haben sich dann verbessert, aber am
15.5. um 5.15 Uhr war 139-103-129 wieder mit Vorhofflimmern.
Was kann ich tun? Weiter Profenon/Ramipril oder "Schirmchen"?
(TV Hören und Sehen)
Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort

Antworten

Vorhofflimmern und Vorhofohrverschluss

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Sehr geehrter Herr Stehle,
häufig ist es so, dass Vorhofflimmern zunächst auf Medikamente anspricht, dass es im Verlauf von einigem Monaten oder Jahren jedoch zum Rückfall kommt und wieder Episoden von Vorhofflimmern auftreten. Ein Medikamentenwechsel, wie in Ihrem Fall von Propafenon auf Dronedaron (Multaq) kann versucht werden, ist jedoch - wie ebenfalls in Ihren Fall - häufig leider nicht erfolgreich. Die nächste Therapieoption wäre eine Katheterablation, bei der die Ursprungsorte des Vorhofflimmerns verödet werden. Sie sollten sich hierüber in einem Gespräch mit Ihrem Kardiologen oder in der Sprechstunde einer Klinik informieren.

Mit dem von Ihnen erwähnten Schirmchen meinen Sie vermutlich den Verschluss des Herzohrs zur Verhinderung von Blutgerinnseln. Dies ist keine Behandlung des Vorhofflimmerns, sondern eine Vorbeugung gegen Schlaganfälle, die von Blutgerinseln herrühren, die bei Vorhofflimmern entstehen können. Andere Symptome des Vorhofflimmerns, wie zum Beispiel Herzrasen, Schweißausbruch, Unruhegefühl, Atemnot, werden hierdurch nicht behandelt. Auch der Schirmchenverschluss des Herzohrs kann bei Ihnen sinnvoll sein, allerdings sollten die Eingriffe getrennt voneinander erfolgen.

Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team

Charité- Universitätsklinikum Berlin

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