Supraventrikuläre Tachykardie

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von LF76 am 15.08.2011 um 11:50 Uhr an: Prof. Dr. Haverkamp und Team

Guten Tag,

ich habe folgende Frage an Sie. Ich leide seit einer geraumen Zeit an einer supraventrikulären Tachykardie, die ich in diesem Jahr leider schon drei Mal hatte. Zumeist einen Tag, nachdem ich Alkohol getrunken habe. Die Tachykardie wurde als eine supraventrikuläre identifiziert. Da diese Tachykardie inzwischen gehäuft aufgetreten ist( Ablauf regelmäßig, Puls bis 200/min, Blutdruck, 145/90 während der Tachykardie), wurde mir eine EPU mit Katheterablation empfohlen. Es heißt, dass in meinem reizleitungssystem eine Bahn zuviel vorhanden sein soll, die man dann veröden könnte. Laut Ärzten ist dieser Vorgang wohl sehr Erfolgversprechend und mit einem sehr geringen Risiko behaftet. Zusätzlich muss ich erwähnen, dass ich an Panikattacken leide und inzwischen einfach nicht mehr in der Lage bin, zu unterscheiden, ob diese Tachykardie eine körperliche Sache ist oder eine psychische. Zu erwähnen ist, dass in meinem EKG wohl eine verkürzte P- Welle vorhanden ist, selbst wenn ich keine Tachykardie habe.
Wenn diese Tachykardie eintritt, bekomme ich in dem Moment einen Druck im Herzbereich und mein Herz rast dann spontan los. Ich bin jetzt schon von mehreren Kardiologen untersucht worden, die mir meine Herzgesundheit diagnostiziert haben. Ich nehme derzeit Brisoprolol 2.5 mg morgens. mein Kardiologe sagte jedoch er könne eine psychosomatische Ursache ausschließen, da ich in der letzten Woche ien Tachykardie bekommen habe, trotz des Medikaments. Folgende fragen habe ich nun an Sie:

1. Kann man mit irgendeinem Verfahren sicher ausschließen, dass es psychosomatisch gelagert ist (EKG)?
2. Wie würden Sie das Risiko einer Ablation einschätzen?
3. Ab wann ist bei einer supraventrikulären Tachykardie eine Ablation notwendig.

Mir ist absolut bewußt, dass ihre Informationen keinen Arztbesuch ersetzen!!!! Mir geht es derzeit nur darum eine Möglichkeit, meine Situation einzuschätzen und mir soviele Infos, wie möglich zu holen.

Für Ihre Hilfe bedanke ich mich im Voraus.

Antworten

Supraventrikuläre Tachykrdien

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Gelegentlich ist es für Patienten schwierig zu unterscheiden, ob Herzrasen aufgrund von Panikattacken oder einer Rhythmusstörung auftritt. Selbstverständlich kann ein Patient beides haben.

Zu Ihren Fragen:
Hier hilft eine EKG-Aufzeichnung während des Herzrasens. Meist kann man anhand dieser Dokumentation gut einschätzen, ob eine Rhythmusstörung vorliegt, oder ob es sich um einen normalen Herzschlag handelt, der aufgrund einer Panikattacke sehr schnell ist. Hundertprozentige Sicherheit gibt es hier allerdings nicht. Die elektrophysiologische Untersuchung kann eine Rhythmusstörung eindeutig nachweisen. Diese kann in gleicher Sitzung abladiert (verödet) werden. Panikattacken werden natürlich durch eine Ablation nicht beseitigt.
Das Risiko einer Ablation bei supraventrikulären Tachykardien bei sonst herzgesunden Patienten ist insgesamt als gering einzuschätzen. Welche Risiken in welcher Prozentzahl auftreten, besprechen Sie am besten mit einem Kardiologen, idealerweise in einem Zentrum oder einer Praxis mit Ablationserfahrung.
In der Regel ist eine Ablation nur selten zwingend erforderlich, da nur wenige supraventrikuläre Tachykardien levbensbedrohlich sein können, und das auch nur in bestimmten Konstellationen. Allerdings können die allermeisten supraventrikulären Tachykardien durch eine Ablation bei geringen Risiko geheilt werden. Die deutschen Gesellschaft für Kardiologie empfehlielt die Ablation ab dem 2. Auftreten der Tachykardie.

Mit freundlichen Grüssen

Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team
Charité- Universitätsklinikum Berlin

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