Vorhofflimmern

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von Dr. Klaus G. Röhl am 28.03.2011 um 10:24 Uhr an: Prof. Dr. Haverkamp und Team

Ich litt seit Jahren an temporär auftretendem Vorhofflimmern. Fachärzte - auch in der UKM - hielten nichts von der Theorie, dass die Gabe von Kalium / Magnesium eine Besserung herbeiführen könnte. Im UKM lautete die Prognose nach eingehender Untersuchung, dass ich mich auf einen zunehmenden Dauerzustand einrichten müsse und empfahl deshalb nachdrücklich die Einnahme von Marcumar. Zu Beginn des Jahres 2011 habe ich aber auf eigenen Entschluss täglich 300 mg Magnesium und 300 mg Kalium eingenommen woraufhin das Vorhofflimmern verschwunden ist. Die Prüfung der Elektrolyte ergab Werte im oberen Normbereich und der Sinusrhythmus ist ebenfalls normgerecht. Ich nehme weiterhin - wie schon zuvor - Rytmonorm, Unimax und Arelix ein. Worauf sollte ich nun achten ?

Antworten

Vorhofflimmern und Kaliummangel

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Das Auftreten von Vorhofflimmern kann durch den Elektrolythaushalt durchaus beeinflusst werden.

Rhythmonorm, das den Wirkstoff Propafenon enthält ist ein potentes rhythmus-stabilisierendes Medikament. Wahrscheinlich ist der Kombination aus beidem Ihre derzeitige Beschwerdefreiheit zu verdanken.

Vorhofflimmern tritt häufig auch unbemerkt auf - selbst wenn es sich um Patienten handelt, die unter Vorhofflimmern zum Teil ausgeprägte Symptome erleiden. Leider bergen auch diese unbemerkten Episoden von Vorhofflimmern die Gefahr eines Schlaganfalles. Aus diesem Grund wird die Entscheidung zur blutverdünnenden Medikation unabhängig von der Häufigkeit der Vorhofflimmerepisoden und der aktuellen Beschwerdefreiheit gestellt.

Wenn neben dem – möglicherweise zur Zeit erfolgreich behandelten - Vorhofflimmern weitere Risikofaktoren für einen Schlaganfall vorliegen, sollten blutverdünnende Medikamente (z.B. Marcuamr oder Falithrom) gegeben werden. Zu diesen Risikofaktoren zählt unter anderem Bluthochdruck, höheres Lebensalter, Zuckerkrankheit und eine Herzschwäche. Da bei Ihnen ja auch ein Bluthochdruck vorliegt würden wir uns der Meinung unserer Kollegen in der UKM anschließen, dass bei Ihnen die Einnahme von Marcumar sinnvoll wäre.

Da es in Einzelfällen aber Gründe geben kann, von diesem Vorgehen abzuweichen (z.B. ein deutlich erhöhte Blutungrsrisiko) sollten Sie dies mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Kardiologen besprechen.

Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team
Charité- Universitätsklinikum Berlin

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