Wie wirken sich Rhythmusstörungen auf Dauer auf den Herzmuskel aus?

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von Speiker am 25.02.2011 um 8:40 Uhr an: Prof. Dr. Haverkamp und Team

An Herrn Prof.Dr. Haverkamp und Team:

Ich leide seit 2008 an Herzrhythmusstörungen. Diese haben begonnen, als ich unter starker psychischer Belastung stand, indem ich die Pflege meiner altersdementen Oma übernahm.
Diese Pflege habe ich auch nach 2 Jahren zum Teil an einen Pflegedienst übergeben.
Dadurch wurden die Rhythmusstörungen weniger.

Ich dachte bis zu dem Zeitpunkt, dass die Psyche niemals eine so große Einwirkung auf das Herz haben könnte. Doch meine eigene Erfahrung hat mich eines Besseren belehrt.

(Als Anmerkung: Ich habe ca. 20 Jahre lang abends Nasentropfen genommen. Dann habe ich abends bewußt auf Nasentropfen verzichtet. Dabei litt ich einige Nächte unter nasenbedingter Atemnot und bin häufig dabei aufgewacht- ob diese Atemnot auch schuldig an meinen Rhythmusstörungen sein könnte- denn dieser "Entzug" war gerade zu dem Zeitpunkt, als ich meine Oma schon 6 Monate gepflegt habe)

Da ich ein sehr sportlicher Mensch bin (reiten, fahrrad, Tretroller mit Hund, Kampfsport...) und auch beruflich spontane Gefahrensituationen meistern muss, leide ich doch sehr unter diesen Rhythmusstörungen, da mir in manchen Momenten die Leistung fehlt ( ich merke mein Herz hat permanente Aussetzer- ich habe kein Herzrasen- immer Aussetzer mal nach 3 mal nach 5 Schlägen. Diese gehen dann manchmal tagsüber bis 5 Minuten- vorallem bei Belastung. Doch auch Nachts wache ich auf, wenn die Aussetzer kommen und da dauert es schon manchmal bis zu einer halben Stunde, bis sich die Schlagzahl wieder normalisiert hat.

Wenn mein Herz normal arbeitet kann ich Höchstleistungen erbringen.
Die Untersuchungen beim Internisten zeigten folgendes:

Linker Vorhof 34mm in LAX.IVS diastol.7.1mm.LVPW enddiastol. 7.1mm.LVEDD 52mm.
FS 40%.Ejektionsfraktion 70%. Farbdoppler Spur einer mitralen Regurgitation(0-10% d.Vorhoffläche)u. Spur einer aortalen Regurgitation. Rechter Ventrikel normal groß. Keine Dyskinesien des linken Ventrikels.Kein Perikarderguß.Restriktives Einstromprofil ü.d.Mitralisspitze mit E/A>1.

EKG:j Indeifferenztyp.Sinusrhythmus,Ruhefrequenz 76/Min. Submax-Bel-b.159/min.RR ansteigend von 120/80mmHg auf 165/90mmHg. Unter Belastung bis 2min 200Ws Pulsanstieg bis 159/Min. Unter u. nach Belastung ST-Strecken unauffällig.
Subjektiv keine Hinweise für belastungsinduzierte Ischämie eruierbart..Sollbel.n..Körperoberfläche 149Ws. Keine Antiantiginosa.Keine Antihypertensive Therapie.
Beurteilung: Vor während und nach Belastung kein Anhalt für cardiale Ischämie. Überdurchschnittlicher Trainingszustand.Normotones Blutdruckverhalten unter Belastung. Unauff. Ruhefrequenz, Frequenzanstieg u.-rückgängig.

Ja alles schön und gut zum Schluss. Man sagte mir, dass ich keine Medikamente brauche und dass die Rhythmusstörungen nicht gefährlich seien.
Da sie mich doch sehr einschränken hätte ich gerne Ihre Meinung dazu gehört.
Vielen Dank im Vorraus und lieber Gruß an das ganze Team.

Antworten

Wirkung von Herzrhythmusstörungen auf den Herzmuskel

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Zusammenfassend sprechen die Symptome und die beiden angefügten Befunde (Echokardiografie und Belastungs-EKG) tatsächlich nicht für eine schwere Herzerkrankung.

Die beschriebenen Beschwerden können allerdings verschiedene durch verschiedene Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden. Die wichtigste Untersuchung ist daher ein Langzeit-EKG, am besten in einer Phase, in der gehäuft Beschwerden auftreten. Es ist nicht selten, dass Herzrhythmusstörungen unter psychischer oder körperlicher Belastung gehäuft auftreten oder verstärkt wahrgenommen werden. Um eine weitere Therapie einleiten zu können muss man allerdings wissen, welche Rhythmusstörung zugrunde liegt. Dazu ist eine EKG-Dokumentation mittels Langzeit-EKG am sinnvollsten.

Dass der Herzmuskel längerfistig aufgrund einer Herzrhythmusstörung Schaden nimmt ist möglich, allerdings nicht sehr häufig. Um die Gefahr einer Herzmuskelschädigung durch die Rhythmusstörung einschätzen zu können, muss der Arzt allerdings die Art der Rhythmusstörung kennen (liegt z. B. Vorhofflimmern vor oder ventrikuläre Extrasystolen?).

Zusammengfeasst: es sollte ein EKG während der Beschwerden geschrieben werden. Dieses EKG sollte einem Kardiologen vorgelegt werden.

Ihr Prof. Dr. Haverkamp und Team
Charité- Universitätsklinikum Berlin

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